Was macht ein Charttechniker

Die Chartanalyse ist ein Teilgebiet der Technischen Analyse. Eine Voraussetzung der Technischen Analyse ist, dass bestimmte Verhaltensweisen der Marktteilnehmer sich regelmäßig wiederholen, was zu bestimmten Mustern führt. Ziel der Technischen Analyse ist, Prognosen zu machen bezüglich der Entwicklung von frei gehandelten Finanzwerten. Dies kann sowohl eine Aktie sein, eine Anleihe, ein Rohstoff wie Kaffee oder eine Option.

Ein Charttechniker versucht, bei der auf einem Chart dargestellten Kursreihe zu analysieren, ob der zugrunde liegende Markt sich momentan in einem Auf-, Abwärts- oder Seitwärtstrend befindet. Sofern er einen Trend auf dem Chart identifiziert hat, verbindet er mindestens zwei, in der Regel mehrere Hoch- oder Tiefpunkt einer Trendbewegung mit einer Linie, die dann als Trendlinie bezeichnet wird. Sofern möglich, legt er parallel zu dieser Trendlinie eine zweite Linie, so dass sich ein Trendkanal auf dem Chart formt, innerhalb dessen Grenzen sich die Kursreihe in der Regel bewegt. Ferner sucht der Charttechniker nach bestimmten Mustern auf dem Chart, die eine Umkehr oder eine Fortführung eines identifizierten Trends andeuten. Als Beispiel für solch ein Muster sei das Doppeltop erwähnt, eine beliebte Formation bei Charttechnikern, die nach einem starken Aufwärtstrend häufig zu beobachten ist und auf eine Umkehr hindeutet. Sie setzt sich aus einem starken Anstieg des Kurses zusammen, der gefolgt wird von einem deutlichen Rückgang, der den Anstieg um ca. 30 Prozent korrigiert. Es erfolgt ein erneuter Anstieg des Kurses, ohne dass das alte Hoch markant übertroffen werden kann. Sofern der Kurs im Folgenden einen Rückgang verzeichnet, welcher unter der ersten Korrektur endet, ist das Chartmuster abgeschlossen und es wird davon ausgegangen, dass ein neuer Trend begonnen hat.

Eine große Hilfe bei der Chartanalyse sind Unterstützungs- und Widerstandszonen. Damit werden Preislevel bezeichnet, die eine besondere Bedeutung haben. Gewöhnlich haben diese Preislevel einen Bezug zu vergangenen Ereignissen. Das Allzeithoch einer Aktie wird zum Beispiel häufig als signifikanter Widerstand bezeichnet, und es wird davon ausgegangen, dass eine Aktie, die an ihr Allzeithoch heranreicht, erst einmal an dem Widerstand „abprallt“, da viele Verkäufer diese Marke als einen lukrativen Verkaufspunkt betrachten. Jedoch können auch Zahlen als Widerstand oder Unterstützung fungieren, die keinen Bezug haben zur Vergangenheit. Häufig trifft dies beispielsweise auf runden Zahlen zu. So benötigte der der Dow Jones Industrial Average im Jahr 2007 mehrere Anläufe und insgesamt 8 Wochen, bis er die Marke von 14.000 Punkten überwunden hat. Auch wenn es keinen rationalen Grund gibt, dass die Marke von 14.000 Punkten einen weiteren Kursanstieg beeinträchtigen sollte, wird der Markt von Menschen gemacht, die über Angebot und Nachfrage bestimmen. Menschen wiederum orientieren sich bewusst oder unbewusst an bestimmten Zahlen, wie etwa einem Allzeithoch, das man lange im Gedächtnis behält, oder einer runden Zahl, wie etwa 14.000 Punkte.

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